Die Kunst des Druckens ist genau das – eine Kunst. Heute halten wir das Drucken für selbstverständlich, doch seine Geschichte beginnt vor über 1.200 Jahren. Bereits um 770 n. Chr. experimentierte China mit dem Blockdruck, bei dem Text und Bilder in Holz geschnitten und auf Papier gepresst wurden. Das älteste bekannte gedruckte Buch wurde am 11. Mai 868 hergestellt. Papier – erfunden in China um 100 n. Chr. – revolutionierte die Verbreitung von Wissen und Informationen.
Im Europa des 15. Jahrhunderts waren mehrere Persönlichkeiten an der Entwicklung der Buchdruckerkunst beteiligt, doch den größten Einfluss hatte Johannes Gutenberg aus Mainz. Inspiriert von Traubenpressen entwickelte er eine Druckerpresse und entwickelte die Technik des Metallgusses von Lettern weiter. Er standardisierte lose Lettern, entwickelte Korrekturlesesysteme und ermöglichte die Massenproduktion identischer Dokumente. Sein bekanntestes Werk ist die 42-zeilige Bibel aus der Zeit um 1455 – 48 Exemplare existieren noch heute.
Die Buchdruckerkunst verbreitete sich rasant und erreichte bis 1500 bereits 17 Länder. Mit der Industriellen Revolution von 1760 beschleunigte sich die Entwicklung, und die ersten Zeitungen erblickten das Licht der Welt. Bis 1500 dominierten religiöse Schriften, doch 1840 kamen die ersten tastaturgesteuerten Maschinen auf den Markt, und Effizienz und Qualität verbesserten sich rapide.
Die Buchdruckerkunst erreichte die nordischen Länder erst 30 Jahre nach Gutenberg. Norwegen war das letzte Land, das dies 1643 tat, über 160 Jahre nach Dänemark und Schweden. Um 1650 wurden in Norwegen etwa 35 Titel gedruckt, bis 1700 waren es bereits 180. 1814 gab es im Land 16 Druckereien, und die erste in Bergen wurde 1721 gegründet.
Eine Zeit lang gab es in Bergen Druckereien an jeder Ecke, doch mit dem Aufkommen der Computertechnologie in den 1970er-Jahren und dem Durchbruch des Personalcomputers in den 1980er-Jahren veränderte sich die Branche radikal. Viele Druckereien verschwanden, Arbeitsplätze gingen verloren, alte Techniken und Ausbildungen veralten – Wissen drohte verloren zu gehen.
Maschinen, die seit dem 19. Jahrhundert im Einsatz waren, wurden schnell überflüssig und durch digitale Lösungen ersetzt. In dieser Zeit übernahm das Technische Museum Bergen Verantwortung. Mit Blick auf die Zukunft und dem Wunsch, das kulturelle Erbe zu bewahren, sammelte das Museum Maschinen aus den zahlreichen Druckereien der Stadt, um sowohl das materielle als auch das immaterielle Kulturerbe zu sichern.